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IG-TEN

Im Jahre 2003 hat der Svanah eine erste Fachgruppe geleitet zur Definition der Fachrichtung TEN, diese Gruppe hat darauf eine erste Broschüre (2004) zum Thema TEN veröffentlicht. Die Zusammenarbeit wurde 2008 intensiviert und eine neue Fachgruppe gebildet. Diese Zusammenarbeit mündete schliesslich in eine verbindliche Organisation mit klaren Strukturen und Hierarchien.

Der Svanah hat im Jahr 2011 die Gründung der Interessengemeinschaft IG-TEN initiert und mitgestaltet.

Unter dem Namen IG-TEN besteht seither ein Verein im Sinn von Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs. Der Sitz des Vereins ist jeweils die jeweilige Geschäftsstelle, der Verein ist politisch, ethisch und konfessionell neutral.

Zweck und Ziele der IG TEN:
a) Die Definierung, Positionierung und Förderung der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN in der Öffentlichkeit
b) Die Vertretung der Fachrichtung TEN im Projekt der Berufsreglementierung

Die IG TEN verfolgt als Hauptziele:
Eine eigenständige, umfassende und entwicklungsfähige Fachrichtung TEN ist definiert als Basis für ein gemeinsames Berufsverständnis, für die Berufsbildung, sowie für die Information der Öffentlichkeit.
Sie ist Hauptansprechpartner für inländische und ausländische Schulen, Verbände und Interessierte zu Fragen in Bezug auf TEN.

Kooperation:
Zur Erreichung der Ziele arbeitet der Verband mit allen geeigneten natürlichen und juristischen Personen zusammen.

Mitglieder:
Mitglieder der IG-TEN sind in die drei Gruppen - Verbände, Schulen und Promotoren unterteilt.
Treibende Kraft sind die beiden Verbände Svanah und NVS und die beiden Schulen, die Schule für angewandte Naturheilkunde NHK und die Schule des Heilpraktikerlandesverband Baden-Württemberg.

Hintergrund und Ausgangslage der Fachrichtung TEN:

  1. Unter den sehr weit gefassten Bezeichnungen Naturheilkunde, traditionelle europäische Naturheilkunde oder – Medizin und weiteren Begriffen werden im deutschsprachigen Raum Europas (auf den sich dieses Projekt bewusst beschränkt) eine Vielzahl von Methoden angewandt, die von ihrer Geschichte, ihren Wurzeln und Ansätzen her innerlich miteinander verbunden sind. Diese Verbundenheit wird nicht als solche wahrgenommen, nicht von der Öffentlichkeit und oft auch nicht von den Praktizierenden selbst. Die TEN als eigenständige, umfassende Fachrichtung der Alternativmedizin findet im öffentlichen Raum nicht statt.

  2. Als Folge des fehlenden verbindenden Bewusstseins werden einzelne Methoden oder Methodengruppen isoliert und ohne den sie begründenden Hintergrund verwendet oder als „rationale" Teil-Methoden in die Schulmedizin integriert (Stichwort „rationale Phytotherapie"). Es gibt zwar einige allgemein anerkannte Kerngebiete (Humoralpathologie, Volks- und Klostermedizin), dann verschwimmen die Konturen aber sehr rasch, da keine verbindlichen Grundprinzipien definiert sind.

  3. Es gibt keine national oder international breit abgestützte und anerkannte Organisation (oder Publikation), die sich ausschliesslich der TEN widmet. Dementsprechend findet keine kontinuierliche Diskussion innerhalb dieser Fachrichtung statt, weder national noch international. Ebenso gibt es keine allgemein anerkannten Richtlinien für eine Ausbildung in TEN.

  4. Im Rahmen der zur Zeit in der Schweiz laufenden Arbeiten zur Schaffung eines Berufes der (nicht-ärztlichen) Alternativmedizin stellt sich die Aufgabe, die Fachrichtung TEN Traditionelle europäische Naturheilkunde zu definieren. TEN soll als eine der vier bisher vorgesehenen Fachrichtungen positioniert werden, neben Ayurveda, Homöopathie und TCM.

  5. Im europäischen Raum sind verschiedene Bestrebungen im Gange, die Vielzahl der natürlichen und traditionellen Heilmethoden unter dem Überbegriff CAM Complementary and Alternative Medicine (deutsch KAM) zu erfassen. Zu erwähnen sind hier
    a) das auch in der Schweiz laufende UNESCO-Projekt zum Schutze des immateriellen Kulturerbes (Unesco-Konvention vom 17. Oktober 2003), bei dem vor allem von der sehr aktiven österreichischen Unesco-Kommission die Heilkunde als Kulturerbe ins Blickfeld gerückt wird, und
    b) das EU-Projekt CAMbrella, in dem auf universitärer Ebene eine gesamteuropäische Bestandesaufnahme der CAM gemacht wird. Dazu gehört die Erstellung eines Glossars und damit eine Definition dessen, was CAM ist. Die Ergebnisse dieses Projektes sollen als Road-Map für die von der EU geförderte Forschung der kommenden Jahre dienen. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass hier eine rein universitäre (naturwissenschaftliche) und rein ärztliche Sicht zum allgemeingültigen Standard erklärt wird.